Hamburgreise vom 22.-26. April 2015

Die St. Andräer Kneipper:  
„Auf der Reeperbahn nachts um…“

In knapp fünf Tagen eroberten die St. Andräer Kneipper Hamburg, von morgens früh bis abends spät, um möglichst viel zu sehen und erleben. Den ersten Abend noch  zur  Reeperbahn zum Nachtmarkt mit seinen Buden mit den Hamburger Schmankerln, eine Currywurst im Biergarten, vorbei schlendernd am „Stage Operettenhaus“, wo gerade „Rocky“ gespielt wird und dem Wachsfigurenkabinett „Panoptikum“ (für 20.00 Euro kann sich jeder hier  „verwachsen“ lassen), dem „Schmidt Theater“ und „Schmidts Tivoli“ und schließlich der „Davidwache“, dem Schauplatz der Serie „Großstadtrevier“.

Stadtrundfahrt und „König der Löwen“

Beeindruckt zeigten sich die Kneipper von der ganztägigen Stadtrundfahrt mit einem kompetenten Guide. Daneben erfuhr man nette Geschichten, wie, daß die Freie Hansestadt Hamburg 105 Stadtteile hat, davon zwei mit heiligen Patronen, St. Pauli und St. Georg, und beide in Rotlichtvierteln liegen. Oder daß sich Wladimir Klitschko im imposanten,  55 Meter hohen „Marco Polo“ Turm, dem Wahrzeichen der „Hafen City“, zwei Etagen gekauft hat. Die zweitgrößte Stadt Deutschlands beeindruckte  mit viel Grün, aber vor allem mit den vielen Wasserflächen (8% der Gesamtfläche) von Elbe, Alster und Pille, von der  Nordsee ist Hamburg ja noch ca. 100km entfernt.  Auf der Fahrt durch die Hansestadt beeindruckten historische Bauten wie das „Deutsche Schauspielhaus“, die kleine Kirche St. Georg  (neben St. Pauli der zweite Hamburger Stadtteil mit einem Heiligen als Patron, beide in Rotlichtvierteln), entlang der Außenalster die gediegenen Villen, dazwischen einen Blick auf den höchsten Turm der Stadt, den Fernsehturm oder Heinrich- Hertz-Turm (knapp 280m hoch), vorbei am „Radisson Blu“, dem größten Hotel der Stadt und dem Kaiserbahnhof. Da der Kaiser nicht am Hauptbahnhof aussteigen wollte, um zum Volk hinauf gehen zu müssen, was sich ja für den Kaiser nicht geziemt, stieg er am anderen Bahnhof aus, wo er auf das Volk hinunter sehen konnte, deshalb der „Kaiserbahnhof“. Die Prachtvillen um die Binnenalster ließen die Herzen der Betrachter höher schlagen, ebenso die Alsterdampfer bei ihren Fahrten durch den Alstersee. Nachdenklich stimmte der Blick der katholischen Reisenden auf die größte Moschee der Stadt mit der Information, daß es neben 162 evangelischen Kirchen auch 50 Moscheen, aber nur 45 katholische Kirchen gibt, und  seit kurzem erst wieder ein Katholisches Bistum. Inzwischen war man im neuen Stadtteil angelangt, der „Neuen Hafen City“. Interessant die Häuserzeile um die Innenalster in einheitlicher Höhe, das Schild von „Hapag Loyd“ entgegen schillernd, vorbei an Binnenalster mit dem „Alster-Pavillon“ und Kleiner Alster weiter in die Innenstadt, mit den alten Backstein-Kontorhäusern, mit Stop beim Rathaus. Eine Überraschung erlebte die Reisegruppe  mittags mit dem  Besuch der harmonischen  Andacht in der, natürlich evangelischen,  Kirche St. Michaelis, eine der fünf Hauptkirchen Hamburgs,  mit dem „Michel“, dem Wahrzeichen der Stadt. Der offene, runde, in Gold und Weiß gehaltene  Innenraum der Kirche,  die einfachen, aber bewegenden Worte der Pastorin, begleitet vom wunderbaren Orgelspiel des Kirchenmusikdirektors Manuel Gehrer, die Orgeltöne kunstvoll steigernd von der kleinen Orgel  über die mittlere auf die größte der vier Orgeln… Einfach himmlisch. In der Mittagspause bei den Landungsbrücken im  riesigen Hamburger Hafen rasch köstliche Fischbrötchen verkosten, ehe man sich am Nachmittag entlang des Fischmarktes und der Elbchaussee, den Stadtteil Altona und dem Nobelviertel Blankenese mit seinen Villen zur „Willkomms Höft“ nach Schulau in Schleswig Holstein aufmachte. Hier konnte die Gruppe die Verabschiedung zweier Frachter beobachten, wobei pensionierte Kapitäne Informationen über die Schiffe geben, die Hymne der Heimatländer gespielt sowie die jeweiligen Flaggen gehißt werden. Eine idyllische Fahrt dann zurück zu den Landungsbrücken, entlang der Elbe  mit den Lotsenhäuschen, sowie dem Europäischen Weitwanderweg. Wieder ein schöner Abschluß des Tages in der Welt  dritt größter Musicalstadt : Mit einem Shuttleboot zum „Theater am Hafen“ mit dem unvergeßlichen  Musical „König der Löwen“, ein Augen und Ohrenschmaus!

Klinkerkathedralen -  Museumsschiff - Fischmarkt

Ein Spaziergang durch die „Speicherstadt“  erinnerte die Kneipper ein bißchen an die Wasserstraßen von Venedig. Doch die Speicherstadt ist durchzogen von Wasserarmen des Hafens (75 Quadratkilometer groß und Arbeitgeber für ca. 155.000 Menschen!), den sogenannten „Fleeten“. Auf Eichenpfählern wurden ab dem Jahre 1883 die Lagerhäuser, die Speicher, errichtet, aus Backstein, um die Temperatur in den Lagern konstant zu halten. Im Speicherstadtmuseum wurde die Geschichte der Lagerhäuser wieder lebendig, mit dem Kaffee- und Teehandel und vielem mehr… Und gleich ein paar Meter weiter das nächste Museum: Das „Spicy“-Gewürzmuseum. Was gab es da nicht alles zu bestaunen,  angefangen von uralten Geräten wie einer riesigen Pfeffermühle, oder der „Mischmaschine für Gewürze“  bis hin zu mehr als 50 verschiedenen Gewürzen, viele davon wurden auch ausgiebig getestet. Zum Abschluß des Tages noch ein nächtlicher Spaziergang durch St. Pauli mit seinem Rotlichtmilieu und den frivolen Geschichten hinter vorgehaltener Hand, dem „Beatles Platz“ und der „Großen Freiheit 36“… Und ein Versuch, die oft traurigen Geschichten, die hinter den Prostituierten stehen,  mit Toleranz zu sehen.
Ein weiteres Highlight dann die Hafenrundfahrt mit Barkasse „Hertha“ und einem nicht „auf den Mund gefallenen“, waschechten Hamburger Kapitän! Doch er tischte nicht nur so manches „Geschichtchen“ auf, er konnte der Gruppe auch allerlei Wissenswertes über den riesigen Hafen erzählen, während er die Barkasse zwischen großen Schiffen, einmal sogar unter dem Rumpf eines Riesenfrachters, manövrierte.
Ein Besuch auf dem schwimmenden Museum, dem Dreimaster  „Rickmer Rickmers“ durfte natürlich nicht fehlen. Die Daten beeindruckten die Gäste: Das Schiff stammt aus dem Jahre 1896 und es kann bis 3.500 Quadratmeter Segelfläche aufgezogen werden!
Der allerletzte Tag hielt noch ein Highlight bereit: Kapitäns-Frühstück am Hamburger Fischmarkt, allerdings um 6 Uhr Früh! Doch das köstliche Buffet und die unglaubliche Stimmung am bunten Markt, der gegen 9:30 Uhr schon wieder seine Tore schließt, ließen die frühe Tagwache rasch vergessen. Welch unvergeßliche Eindrücke in nur knapp fünf Tagen!

1-      „Tanzende Türme“: Das neue Wahrzeichen der Reeperbahn: die „Tango tanzenden“ oder „schrägen“ (wie alles schräg ist in St. Pauli), knapp 90m hohen Türme.


2-      Ein Teil der Gruppe vor dem Hamburger Rathaus. Ein unbeschreiblicher  Anblick des wahrhaft fürstlichen, auf  4.000 Pfählen thronenden, mit 647 Räumen eher an ein Schloß erinnernden,  Prunkbau.


3-      Nach einem ausgezeichneten Fischessen im Portugiesenviertel von Hamburg rasch ein Foto mit dem „Michel“, dem markanten Turm, dessen Uhr mit 8m Durchmesser die größte Turmuhr Deutschlands ist.


4-      Ganz nah an die „Elbphilharmonie“, oder „Elphi“ (links) kamen die Lavanttaler beim Spaziergang durch die Speicherstadt. Der umstrittene „Sündenbau“, dessen Kosten von 77 veranschlagten auf 789 tatsächliche Millionen Euro stieg, thront mitten im Strom der Elbe, an der westlichen Spitze der Hafencity, und soll den Eindruck eines riesigen Kristalls erwecken


5-      Aufregung beim köstlichen Fisch-Abendessen im Luxusrestaurant auf der Elbe: Kam doch glatt ein Kreuzfahrtschiff der  „AIDA“ vorbei….